17.11.2015

CSU plant jetzt auch Grenzzaun zum Referendariat

Die Jungen Freien Wähler Bayern lehnen die vom Bayerischen Kulturministerium geplante Zulassungsbeschränkung zum Referendariat ab. Mit der Beschränkung sollen nicht wie bislang alle Lehramtsstudenten gesichert einen Platz in der zweiten Ausbildungsphase bekommen, sondern bis zu drei Jahre Wartezeit überbrücken müssen.

Die Jungen Freien Wähler sprechen sich vielmehr für Anpassungen der derzeitigen Lehrerausbildung aus. „Durch das neue Gesetz entzieht sich die Bayerische Staatsregierung, insbesondere Kultusminister Ludwig Spaenle, der Verantwortung die sie für die Bayerischen Lehramtsstudierenden besitzen. Sie lässt sie völlig allein“, sagt Sven Baumeister, bildungspolitischer Sprecher der Jungen Freien Wähler.

Wer bayerischen Absolventen einen Start der Lehrerausbildung ermöglicht, muss sie diese auch vollenden lassen. Gerade Studenten im Bereich allgemeinbildender Schulen haben neben dem Staat nur sehr eingeschränkte Möglichkeiten, eine Anstellung zu bekommen und damit mögliche Wartezeiten zu überbrücken. „Neben der damit entstehenden beruflichen Unsicherheit kämen dann noch finanzielle Probleme für die Absolventen dazu“, meint Baumeister. Die Staatsregierung verheimliche nicht nur zahlreiche Unterrichtsausfälle und Lehrernotstände, sie erkennt auch nicht den Bedarf wichtiger Anpassungen.

So sehen die Jungen Freien Wähler drei wichtige Baustellen die abgearbeitet werden müssen: Der Ausbau der Studienberatung für Lehramtsstudierende noch vor dem Studienbeginn, die Verringerung von Klassengrößen und Erhalt von Schulstandorten gerade im ländlichen Bereich und die Verringerung der Unterrichtsstunden für Referendare, um damit eine intensivere Ausbildung zu ermöglichen und auch freie Kapazitäten für zusätzliche Lehramtsanwärter zu schaffen.

Kultusminister Spaenle müsse endlich verstehen, dass das bayerische Bildungswesen mehr statt weniger Lehrer benötigt und Referendare damit die Zukunft unseres Schulsystems sichern. „Die Bayerische Staatsregierung sollte lieber endlich aufhören überall im Land Grenzzäune zu errichten und sich vielmehr um die Belange unserer Schülerinnen und Schülern kümmern“, fordert Baumeister abschließend.

Die drei wichtigen Baustellen: Ausbau der Studienberatung für Lehramtsstudierende, Verringerung von Klassengrößen und Erhalt von Schulstandorten sowie Verringerung der Unterrichtsstunden für Referendare.