Energie

Energie

Dezentralität ist das Schlagwort, wenn wir über die Energiewende, Beteiligung durch Bürgerkraftwerke, Biomassekraftwerke oder Energieeinsparung diskutieren.

Energiewende mit Struktur

Die Energiewende braucht Struktur. Ein Energiekonzept beinhaltet unter anderem die energetische Gebäudesanierung von öffentlichen Einrichtungen, den bedarfsorientieren Ausbau der Stromnetze, die sinnvolle Nutzung und Subventionierung von Photovoltaik, Kraft-Wärme-Kopplung und vieles mehr. Dies kann nur durch den engen Austausch aller beteiligten Akteure erfolgen. Dies sind Energieversorgungsunternehmen (inkl. Stadtwerke), Bevölkerung, Energieagenturen, zuständige Ministerien, Bundesnetzagentur, Verbände und Energiegenossenschaften. Wir stehen für eine bessere Verzahnung durch eine staatliche Koordinationsstelle (bspw. Energieministerium) und den Ausbau von Energieagenturen.

Energiebewusstsein und Energiesparen

Die beste Energie ist die nicht verbrauchte Energie. Eine tatsächliche Energiewende kann nur mit der aktiven Unterstützung der Bevölkerung gelingen. Viele Gebäude sind älter als 30 Jahre und bedürfen einer energetischen Sanierung. Auch effizientere Anlagen wie Warmwasserspeicher, neue Öfen und Gefrierschränke tragen einen großen Teil dazu bei. Wir stehen für den Ausbau staatlicher Förderprogramme und verpflichtende Sanierungsrichtlinien für Käufer von älteren Immobilien. Zudem dürfen Neubauten nur noch als Passivenergiehäuser geplant werden. Durch diese vertiefenden Sanierungsmaßnahmen profitieren auch heimische Handwerksbetriebe.

Energiebewusstsein in der Bevölkerung stärken

Ein vielverbreiteter Gedanke in der Bevölkerung: „Energie muss CO2-frei, kernenergiefrei und billig sein! Darüber hinaus sind Kraftwerke, Strommasten und Windräder vor der eigenen Haustüre ein schreckliches Erscheinungsbild.“ Zudem wird die eigentliche Energiewende oftmals lediglich auf Strom beschränkt. Der Begriff Energie beinhaltet auch Wärmeenergie, Kraftstoffe, Heizöl uvm. Wir stehen deshalb für eine flächendeckende Aufklärung durch Energieagenturen und weitere fachliche Stellen.

Energiebewusstsein in Schullehrplänen verankern

Das Energiebewusstsein der Bevölkerung spielt in Zukunft eine immer wichtigere Rolle. Deshalb muss das Erlernen von Energiebewusstsein in allen Schularten verpflichtend verankert werden.

Energieausweise für Städte und Kommunen

Die „Energiewende“ ist ein viel diskutiertes Thema. Leider wird von Seiten der regierenden Parteien aus Sicht der Jungen Freien Wähler viel zu wenig getan. Das Engagement für eine zielgerichtete Energiewende treiben Städte und Kommunen sehr unterschiedlich voran. Es kommt immer auf die handelnden Personen vor Ort an. Aus diesem Grund setzen sich die Jungen Freien Wähler für eine einheitliche, transparente Linie in der aktiven Ausgestaltung der Energiewende in den Regionen ein.

Städte und Kommunen müssen in den nächsten 1-2 Jahren ein langfristiges Energiekonzept vorweisen können und dessen Umsetzungsvorschläge in ihre kommunalen Haushalte einplanen. Wir stehen für die Schaffung kommunaler Energieausweise unter Beteiligung der Bürger.

Inhalte Energieausweis

  • Aktueller Energiebedarf öffentlicher Einrichtungen
  • Aktuelle Leistung aller erneuerbaren Energien auf öffentlichen Gebäuden
  • Mögliches Potenzial an erneuerbaren Energien (PV-Anlagen, Windpotenzial…)
  • Mögliches Energieeinsparpotenzial durch energetische Gebäudesanierung
  • Finanzierungsmöglichkeiten über staatliche Förderprogramme
  • Beteiligungsmöglichkeiten der Bürger
  • Zusammenarbeit mit Energieagenturen
  • Klassifizierungssystem (Verhältnis von Ist-Stand zu Potenzial) bei der Gebäudesanierung und bei der Schaffung von erneuerbaren Energien

Klare Vorteile

  • Nachvollziehbar und transparent für alle Bürger
  • Vergleichbarkeit zwischen Städten und Kommunen
  • Förderung von regionalen Energiegenossenschaften
  • Aktive Bürgerbeteiligung
  • Risikoarme Anlagemöglichkeiten für alle Bürger
  • Unterstützung für ärmere Städte und Kommunen durch eigene Bürger
  • Große Erleichterung für Städte und Kommunen mit wenig Energie-Know-How
  • Arbeitsmarktbelebung
  • Steuermehreinnahmen durch steigende Aufträge bei KMU’s

Umsetzung eines Energieausweises

  • durch spezialisierte Firmen (Klein-, Mittel- und Großunternehmen)
  • Unterstützung staatliche Energieagenturen
  • Bezuschussung eines Energiekonzepts auf Landesebene (aktuell: 50%)

Beteiligung durch Bürgerkraftwerke

Um die Akzeptanz, Dezentralität und die Unabhängigkeit der Energieversorgung zu garantieren, sollen Bürgerkraftwerke vom Freistaat als auch von den Kommunen gezielt errichtet werden. In Genossenschaften hat jeder Bürger die Möglichkeit seinen Beitrag zur Energiewende zu leisten und selbst davon zu profitieren. So bleibt das Geld der Bürger in den Regionen.

Biomassekraftwerke (BMKW) – Kein sinnloses Verheizen von Nahrungsmitteln

In vielen BMKW werden Grundnahrungsgüter, wie Getreide und Mais, „verheizt“. Es ist ein unfassbarer Zustand, dass einerseits hunderte Millionen Menschen hungern müssen und andererseits die Energiegewinnung durch Nahrungsmittel vom deutschen Staat gefördert wird. Wir stehen für eine Änderung des EE-G, sodass nur beschränkt Grundnahrungsmittel der Stromerzeugung dienen. Als Alternative bieten sich Gastronomieabfälle, Gülle, Ernteabfälle, Stroh, Rübenblätter und Gras an. Zudem müssen private BMKW künftig in regionale Wärmekonzepte vollumfänglich eingebunden werden.

Ausbau Elektroautos und bezahlbare Kraftstoffe

Besonders im ländlichen Raum sind Pendler auf den PKW stark angewiesen. Wir stehen für eine stärkere Forschung der Elektroautotechnologie und den Ausbau des ÖPNV. Die Erhöhung des Kilometergelds zur Subventionierung des hohen Spritpreises wäre kontraproduktiv.

Schlüssiges Atommüll-Endlagerkonzept

Zum Atomausstieg gehört nicht nur die langfristig geplante Abschaltung von Kernkraftwerken sondern ebenso eine sichere Lagerung des Atommülls. Das sind der Staat und die Kernkraftwerksbetreiber den nachfolgenden Generationen schuldig. Die Erforschung in Endlagertechnologien- sowie Standorten sind weiter auszubauen und von den Umweltministerien zu fördern. Es darf keine Region ignoriert werden.